Märkische Oderzeitung
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Festwoche zum 700-jährigen Bestehen eingeläutet
Die Festwoche zum 700-jährigen Bestehen Prendens ist eingeläutet. Und dieser Auftakt am Wochenende
war ein großes Läuten. Beim Konzert "Klezmer, Klassik und Chansons" spielten in der Prendener Kirche
Virtuosen der Extraklasse. Abgerundet wurde der Tag mit der Eröffnung der Ausstellung zur Geschichte
Prendens im Kirchturm und der Präsentation der frisch gedruckten Prendener Dorfchronik.
Der Ort mit dem Riesenstein, dem sagenumwobenen Freiherrn von Sparr, Johann Kunckel von Löwenstein,
berühmter Alchemist und Glasmacher von Potsdam, der Einzeigeruhr, dem Honeckerbunker oder
Geschichten von Fontane - Prenden hat eine wechselvolle 700-jährige Geschichte.
In der brechend vollen
Prendener Kirche sorgten am Sonnabend Harry's Freilach für einen glanzvollen Auftakt der Festlichkeiten
zum 700-jährigen Bestehen des Dorfes.
Das Kirchenschiff war bis zu den Emporen gefüllt. Einige Besucher, die keinen Platz mehr fanden, haben
es sich im Grünen vor der Tür gemütlich gemacht und das Konzert verfolgt. Die Klezmermusik mit ihrem
Sound zwischen Klagen und Jubilieren, zog das Publikum in ihren Bann - vor allem Harry Timmermann,
der mit unglaublicher Spielfreude brillierte. Die Lieder, gesungen von seiner französischen Frau Sophie
Timmermann, begeisterten die Besucher ebenso. Nicht weniger faszinierend der Dritte im Bunde, Aleksandr
Danko, der auf dem Banjo, ein russisches Knopfakkordeon, spielte.
So dürfte dieses Konzert in die Fortsetzung der Chronik zum nächsten Jubiläum der Gemeinde eingehen.
Doch zunächst war die Chronik zum 700-jährigen Bestehen der Gemeinde mit großer Spannung erwartet
worden, die das Verdienst einer kleinen Arbeitsgruppe, aber in erster Linie des Prendeners Klaus Storde
ist. "Er hat den Hauptanteil an der Chronik geleistet", lobte Ortsbürgermeisterin Waltraud Faust. Die neue
Chronik biete sehr viel Aufschlussreiches über Prenden, den Ort, der in erster Linie von Geschichten um
den Riesenstein, Fontane und Sparr lebe.
Der in der Prendener Geschichte und Chronik tonangebende Sparr wird in der Chronik in ein neues Licht
gerückt. "Es gibt ja sehr viele Quellen, wobei manche von anderen abgeschrieben waren", erläuterte
Klaus Storde eine der Hauptschwierigkeiten bei der Erarbeitung der Chronik. Da half halt nur, den Dingen
auf den Grund zu gehen und zu prüfen. "Da die Preußen sehr genau waren und viele Aufzeichnungen
hinterlassen haben, konnten wir einige Dinge im Vergleich zu den Schilderungen Fontanes korrigieren",
berichtete Storde. Ein Schloss beispielsweise habe es in Prenden nie gegeben, allenfalls ein Gutshaus.
Zwischen den Balken des Kirchturms fand die Ausstellung zur Geschichte einen nahezu idealen Rahmen.
Viele Besucher kamen, um die Urkunde über die historisch nachweisbare Ersterwähnung Prendens von
1306 zu bestaunen, alte Familienbilder zu betrachten oder auch ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen.
Montag, 14. August 2006